Ein Buch, zwei animierte Kurzfilme und zwölf Plakate für eine Ausstellung entstanden als Diplomarbeit an der Hochschule Mannheim

Betreut wurde die Arbeit an der Hochschule Mannheim durch Dr. Jürgen Berger, Heinz Wyrwich und Frieder Roesinger, Professoren der Fakultät Kommunikationsdesign. Das Diplom war eine Teamarbeit von Viktoria Regenauer und Claudia Goepfrich.

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Das Anaglyphenbild mit doppelter Perspektive

Grundprinzip unserer Bildtechnik ist das Anaglyphen-Bild, bei dem mit Hilfe von roten und cyanblauen Bildelementen eine mehrdimensionale Wahrnehmung entsteht, wenn man das Bild mit einer rot-blauen Brille betrachtet. (Dieses Verfahren funktioniert auch mit rot-grünen Bildern.) Völlig unabhängig voneinander entwickelten der Deutsche Willhelm Rollmann und der Franzose J. Ch. D’Almeida bereits Mitte des 19. Jahrhunderts das Verfahren, Stereobilder unterschiedlich einzufärben und übereinander zu drucken oder zu projizieren. Heutzutage kann man Bilder mit Hilfe spezieller Computerprogramme recht einfach selbst zu 3-D-Bildern verarbeiten. Uns interessierte jedoch ein anderer Ansatz.

Wir haben die Anaglyphen-Idee für unsere Diplomarbeit modifiziert, um die englische und die deutsche Perspektive eines Themas im gleichen Bild zeigen zu können. Gemeinsam wurde mit verschiedenen Rasterungen und Mustern experimentiert. Je differenzierter die Bildstruktur, um so sensibler muss mit dem Filter umgegangen werden. Für den Printbereich gibt es hier eine andere Grenze als in der Bildschirmdarstellung, wo die besondere Herausforderung in flimmerfreier Bewegungsdarstellung liegt.

anaglyphenbild

Auf 3-D-Effekte haben wir in unseren Bildkompostitionen bewusst verzichtet, sondern stattdessen mit der Aussage von Mustern, Formen und Flächen gespielt. Wichtig war uns die immer wieder wechselnde Ästhetik und Gewichtung der Motive. Die Spannung der Bilder ist davon abhängig, ob der Betrachter mit dem linken, dem rechten oder beiden Augen durch eine rot-cyan Brille schaut. Und wieder andere Aspekte der Verfremdung gibt es ganz ohne Brille. Wir laden unsere Zuschauer ein zum Spielen und Experimentieren mit der eigenen Wahrnehmung.